Archive for Januar, 2007

Papyrus 75 und 72 wieder vereint…

Dienstag, Januar 30th, 2007

Mit einer erneuten Schenkung gelangt nun auch der Papyrus p75 aus der Bodmer-Sammlung in den Besitz des Vatikan. Im Jahr 1969 war bereits p72 (Text: 1Petr, 2 Petr und Jud) dem damaligen Papst Paul VI. geschenkt worden, nun folgt ihm der ältere Bruder p75, der Texte aus Joh und Luk enthält. 

p75

Den spektakulären Neuzugang – auf einer Höhe etwa mit dem Codex Vaticanus oder der ältesten erhaltenen Abschrift der beiden Petrusbriefe – verdankt die Bibliothek einem amerikanischen Privatmann, der das millionenschwere Skript wenige Wochen nach dem Erwerb von der Schweizer Stiftung Martin Bodmer an Papst Benedikt XVI. schenkte.

"Eine solche Anschaffung hätten wir uns nie leisten können", sagt Ambrogio Piazzoni, Vizepräfekt der Vatikanischen Bibliothek. Umso mehr freut ihn die Grosszügigkeit des Investmentbankers Frank J. Hanna III. 

Über den bevorstehenden Verkauf hatte es unter anderem Berichte auf 3Sat und im Schweizer Fernsehen (Video) gegeben.

Hintergrund auch dieses Verkaufes ist die Finanzierung des Museums Bodmer, zu der 1999 bereits eine Zeichnung Michelangelos beigetragen hatte: Für 11 Millionen Franken konnte damals ein Museumsbau finanziert werden.

Die Textgeschichte des NT muss auch nach diesem Verkauf nicht neu geschrieben werden.

Auftaktsymposium AHRG

Samstag, Januar 27th, 2007

Die Projektgruppe AHRG (Altorientalisch-Hellenistische Religionsgeschichte) ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund im Rahmen der Fachgruppe Altes Testament der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie. Sie veranstaltet am 28.4.2007 an der Universität Frankfurt/M. ihre nächste Tagung.  Die Tagung eröffnet einen neuen literaturgeschichtlichen Forschungsschwerpunkt der Projektgruppe, die sich in den nächsten fünf Jahren mit dem Phänomen neuer Gattungen religiöser Literatur in hellenistischer Zeit beschäftigen wird.

Das Auftaktsymposion am 28.4.2007 widmet sich Texten und Textsammlungen prophetischen und orakelhaften Inhalts aus dem hellenistischen Ägypten, Mesopotamien, Griechenland und Syrien-Palästina. Die Hauptvorträge halten Prof.in Dr. Eva Cancik-Kirschbaum (Berlin), Prof. Dr. Joachim F. Quack (Heidelberg), Prof. Dr. Michael Erler (Würzburg) und PD Dr. Stefan A. Nitsche (Nürnberg).

Genaueres findet sich auf den Seiten des Fachbereiches AT der JWG-Universität Frankfurt.

Bibeltexte in Unicode für Word

Samstag, Januar 27th, 2007

Es ist schon eine Weile her, da wurde auf das nützliche Werkzeug Insertbible hingewiesen. Unter anderem von Mark Goodacre und David Instone-Brewer von Tyndale House.
Weisungsgemäß installiert unter Microsoft Word 2002 und unter Beachtung des Hinweises

There is a problem with the current installation routine for InsertBible.

InsertBible installs the database files in a subdirectory of the computer's 'Program files' directory (which is typically c:\Program Files\InsertBible.)

However, on non-english versions of Windows XP, this directory might be called something slightly different (e.g., "Programfiler" on Norwegian windows). My macros did not anticipate this, and so trigger an "Error 76 - Disk/Path not found" when the macro is run.

Another (related) problem stems from security under Windows XP. By default, the "Program Files" subdirectory is read-only to standard users. I use MS Access databases to store the various bible versions, and Access needs to be able to create an ".ldb" file in the same directory as the database when each database is opened (which it could not do if the user had read-only access).

These problems will be addressed in InsertBible 2.0 (by moving all data files to the user's application Data directory).

In the meantime, I offer the following work-arounds.

1) For non-english spellings of "Program files" directory, create a directory c\Program Files\InsertBible and copy all the files into this directory.

bin ich nunmehr recht zufrieden damit, in meine Word-Dokumente Bibeltext einzufügen aus Septuaginta, Hebräischer Bibel und Griechischem Neuen Testament. Und natürlich aus zwei englischen Textfassungen (ESV / RSV). Die Texte sind UNICODE-formatiert, je nach persönlciher Ausrüstung des Benutzers muss ein wenig an den Schrifarten herumgebastelt werden, bis alles so aussieht, wie es aussehen soll.

Hebräisch und Griechisch mit Windows XP

Donnerstag, Januar 25th, 2007

Die aktuellen Betriebssysteme bieten von Haus aus bereits die Möglichkeit, auch in Hebräisch und Griechisch zu schreiben. Aber leider sind diese Möglichkeiten in den Untiefen der Systemsteuerung versteckt, so dass es gar so nicht einfach ist, den Computer so einzurichten, dass man damit tatsächlich auch Hebräisch und Griechisch schreiben kann.

Wolfgang Uhr beschreibt in dieser Flash-Animation, wie man die Unterstützung für Hebräisch und Griechisch unter Windows XP einrichtet:

ScreenShot der Flash-Animation

Bibel in gerechter Sprache VI

Dienstag, Januar 23rd, 2007

Für das Bibelwerk Stuttgart haben sich nunmehr zwei Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats mit der Bibel in gerechter Sprache befasst.

  1. Ludger Schwienhorst-Schönberger schreibt unter dem Titel "Bibel in gerechter Sprache. Kritik eines umstrittenen Projekts " die Langfassung eines Beitrags, der auch in der Ausgabe 01/07 der Herderkorrespondenz abgedruckt ist.
  2. Etwas anders titelt Marie-Theres Wacker ihren Beitrag: "Die »Bibel in gerechter Sprache«.Vorstellung und Würdigung eines Projekts "

Einen interessanten Beitrag zum Hintergrund liefert Klara Butting, Studienleiterin von Erev-Rav, Studierendenpastorin in Lüneburg und Privatdozentin an der Universität Lüneburg in der gekürzten Fassung eines Vortrags während des 8. Norddeutschen Forums Feministische Theologie zum Thema "Zu schön, um wahr zu sein?" am 25. 2. 2006 in Hamburg:

An dieser Stelle setzt die Anfrage feministischer Theologie ein: Können wir diese Wahrheit aus der biblischen Überlieferung erfahren, wenn dort die Lebenswelt von Frauen entstellt oder verschwiegen wird? Feministische Forschung hat die Bibel unter den grundsätzlichen Verdacht gestellt, dass sie in allen ihren Texten patriarchale Machtverhältnisse bezeugt und weitergibt. Unter dieser Voraussetzung haben feministische Forscherinnen, sofern sie sich nicht von der Bibel abwandten, das Verstummen von Frauen in den Texten öffentlich gemacht und ihre verdrängte Lebenswirklichkeit rekonstruiert. Dabei ist allerdings auch deutlich geworden, dass biblische Texte kein totalitäres Gefüge sind, sondern dass sie von Gesprächen und Konflikten geprägt sind, in denen auch Frauen mitgemischt haben. Feministische Forscherinnen haben die Stimme von Frauen innerhalb der Bibel aufgespürt und entdeckt, dass die kritische Auseinandersetzung von Frauen mit dem patriarchalen Gesellschaftsgefüge bereits in der Bibel zu finden ist. Das zeigt sich in einer Vielfalt von Neuerzählungen, Widersprüchen, Spannungen und Doppelungen, mit denen sich die biblische Überlieferung als ein Gesprächzusammenhang vorstellt, der schult, die alten Geschichten nicht nachzubeten, sondern in Auseinandersetzung mit ihnen im eigenen Kontext von Gott sprechen zu lernen, auch wenn die eigenen Erfahrungen aus dem Rahmen der bisher überlieferten biblischen Vorstellungswelt herausfallen.