Archive for Februar, 2007

Dienstag der ersten Fastenwoche

Dienstag, Februar 27th, 2007

Vom Beten - Mt 6,7-15 (Übersetzung: Münchener Neues Testament)

7Betend aber plappert nicht wie die Heidnischen; denn sie meinen, dass in ihrer Vielrednerei sie erhört werden. 8Nicht also gleicht euch ihnen an; denn (es) weiß euer Vater, wessen ihr Bedarf habt, bevor ihr ihn bittet. 9So nun sollt ihr beten: Unser vater in den Himmeln; geheiligt werde dein Name; 10 (es) komme dein Königtum; (es) geschehe dein Wille, wie im Himmel auch auf Erden; 11unser nötiges Brot gib uns heute; 12und erlaß uns unsere Schuldigkeiten, wie auch wir erließen unseren Schuldnern; 13und nicht führe uns hineien in Versuchung, sondern rette uns vom Bösen. 14Denn wenn ihr erlasst den Menschen ihre Übertretungen, wird erlassen auch euch euer himmlischer Vater; 15wenn ihr aber nicht erlasst den Menschen, auch euer Vater wird nicht erlassen eure Übertretungen.

Im Mittelpunt dieses Textes steht das "Vater unser" und die Warnung davor, nicht in die "Plapperei" zu verfallen. Zum "Plappern" lohnt sich ein Blick in 1 Kön 18,26-29: Im Zusammenhang der Geschichte vom Gottesurteil auf dem Karmel tanzen und hüpfen die Propheten des Baal um ihren Altar und rufen vom Morgen bis zum Mittag den Namen Baals an - aber Baal kommt nicht. Da verspottet sie Elija und sagt: Ruft lauter! Er ist doch Gott. Er könnte beschäftigt sein, könnte beiseite gegangen oder verreist sein. Vielleicht schläft er und wacht dann auf …!

Gegen ein solches missverstandenes Anschreien gegen Gott stellt Matthäus das "Vater unser" als Mitte und Herzstück der Bergpredigt, deren Forderungen nur veerständlich und erfüllbar werden in dem Maße, in dem sich einer dem Geist dieses erschließt und anfängt, aus ihm zu leben …!

Montag der ersten Fastenwoche

Dienstag, Februar 27th, 2007

Vom Weltgericht: Mt 25,31-46 (Übersetzung: Die Gute Nachricht)

31 »Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, begleitet von allen Engeln, dann wird er auf seinem Herrscherthron Platz nehmen. 32 Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt. 33 Die Schafe wird er auf seine rechte Seite stellen und die Böcke auf seine linke Seite. 34 Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes neue Welt in Besitz, die er euch von allem Anfang an zugedacht hat. 35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen; 36 ich war nackt und ihr habt mir etwas anzuziehen gegeben; ich war krank und ihr habt mich versorgt; ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. 37 Dann werden die, die den Willen Gottes getan haben, fragen: Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig und gaben dir zu essen? Oder durstig und gaben dir zu trinken? 38 Wann kamst du als Fremder zu uns und wir nahmen dich auf, oder nackt und wir gaben dir etwas anzuziehen? 39 Wann warst du krank oder im Gefängnis und wir besuchten dich? 40 Dann wird der König antworten: Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan. 41 Dann wird der König zu denen auf seiner linken Seite sagen: Geht mir aus den Augen, Gott hat euch verflucht! Fort mit euch in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! 42 Denn ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43 ich war fremd, aber ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, aber ihr habt mir nichts anzuziehen gegeben; ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt euch nicht um mich gekümmert. 44 Dann werden auch sie ihn fragen: Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig oder durstig, wann kamst du als Fremder, wann warst du nackt oder krank oder im Gefängnis - und wir hätten uns nicht um dich gekümmert? 45 Aber er wird ihnen antworten: Ich versichere euch: Was ihr an einem von meinen geringsten Brüdern oder an einer von meinen geringsten Schwestern zu tun versäumt habt, das habt ihr an mir versäumt. 46 Auf diese also wartet die ewige Strafe. Die anderen aber, die den Willen Gottes getan haben, empfangen das ewige Leben.«

Ein Kommentar aus dem "Stuttgarter Neuen Testament":

"Maßstab des letzten Gerichts sind die Taten erbarmender Liebe an Menschen in Not und Verlassenheit. Wie Gott sich in vergleichbaren jüdischen Texten (vgl. aber auch schon Spr 14,31; 17,5; 19,17) mit solchen Menschen identifiziert, so hier der Menschensohn (V. 31) als der Vollstrecker von Gottes Gericht und als einer, der selbst als Mensch  unter den Menschen gelebt hat und ihrer aller Bruder (V. 40) geworden ist. Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe (vgl. 22,34-40) zeigt hier auf bestürzende Weise seine innere Einheit, seine stete Aktualität und sein ganzes Gewicht …"

Und hören wir dann noch Hubert Frankemölle in seinem Matthäuskommentar zu dieser Stelle:

"Durch Unterlassen des Guten verfehlt der Mensch sich selbst (…), durch das Tun der Barmherzigkeit hingegen kann er sein Heil finden. Ein wahrhaft menschlicher Maßstab für alle Menschen!"

Ach du großer Gott…

Montag, Februar 26th, 2007

… war mein erster Gedanke, als ich dem Hinweis auf diese Website folgte. Die "Entdeckung" des Familiengrabs der Jesusfamilie beginnt ein erstaunliches Gehudel zu entwickeln. In Deutschland steht der Film bei ProSieben für den Karfreitag auf dem Programm, berichtet der Stern. In der Rheinischen Post der Verweis auf ein kurzes Video. Ebenso auf CBS News

Immerhin gibt es klare und harte Reaktionen:

von Leen Ritmeyer

It would have to be an archaeologist’s worst nightmare. Imagine - your careful academic work, as was the case of Amos Kloner’s supervision of the tomb’s excavation for the IAA (Israel Antiquities Authority) in 1980, hijacked by Hollywood. And that to produce a sensationalists documentary that the Discovery Channel website, for whom the “Lost Tomb of Jesus” was produced, foretells “will be carried round the world”. It is possibly the most cynical claim yet to be made in the field of Biblical Archaeology and only serves to give the subject a bad name.

von Ben Witherington :

Remember the tale of the Titanic? How it was supposed to be impregnable, and nothing could poke holes in it? How it would never be sunk? Well all I can say is that human hubris knows no bounds, and that hasn’t changed in the last century. On April 15th 1912 the supposedly leak proof Titanic rammed into an iceberg and sank—sank like a giant stone. Sank quickly, with great loss of life.
Why do I bring this up? Because in one of the interesting ironies in recent memory, James Cameron the movie director who made the enormously successful film “Titanic”, on the night after the Oscars, will give an Oscar winning performance at a news conference along with Simcha Jacobovici who have now produced a Discovery Channel special on the discovery of Jesus’ tomb, ossuary, bones, and that of his mother, brothers, wife, and his child Jude as well! Who knew! The show will air on March 4th.

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Bibel in gerechter Sprache VII

Sonntag, Februar 25th, 2007

Nach einer Pressemitteilung (Dank sei Jim West für den indirekten Hinweis) hat ein Ulrich Wilckens ein vernichtendes theologisches Gutachten zur Bibel in gerechter Sprache veröffentlicht und zugleich die Teilnahme an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Vorfeld abgesagt. Seine Haltung ist deutlich kämpferisch, es gibt bereits eine eigene WebSite www.bigs-gutachten.de, auf der neben dem Gutachten selbst weitere kritische Reaktionen gesammelt werden.

Jesus in Talpiot begraben…? Eher nicht

Sonntag, Februar 25th, 2007

Nur 27 Jahre nach der archäologischen Entdeckung wird eben diese schon verfilmt: Titanic-Regisseur James Cameron präsentiert in Kürze einen Dokumentarfilm über die 1980  im Jerusalemer Stadtviertel Talpiot entdeckte Höhle mit zehn 2000 Jahre alten Sarkophagen, die nach ihrem Fund bei der israelischen Antiquitäten-Behörde in Beit Shemesh eingelagert wurden. Der tagesspiegel berichtet:

Erst vor zehn Jahren gab der international bekannte israelische Archäologe Professor Amos Kloner nicht nur den Fund bekannt, sondern auch, dass in die Deckel von sechs der Sarkophage Namen eingemeißelt seien, die er decodieren konnte. Die Namen: Jesua bar Josef (Jesus Sohn des Josef), Maria, Maria (wohl Maria Magdalena), Matia (Matthäus), Jofa (Josef, identifiziert als Jesus’ Bruder), Jehuda bar Jesua – gemäß den Filmemachern handelt es sich um den Sohn von Jesus.
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