Samstag der 1. Fastenwoche
Samstag, März 3rd, 2007Von der Liebe zu den Feinden
43Ihr hab gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerchte und Ungerechte. 46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.
Ein Stück aus den Antithesen der Bergpredigt: Auf eine These mit Antithese (V. 43-45) folgt ein Doppelspruch als zusätzliche Begründung (V. 46f.) und der Schlussvers (V. 48).
In der Wirkungs- und Auslegungsgeschichte wird immer wieder die Frage gestellt, ob die Feindesliebe den Menschen nicht total überfordert. Ulrich Luz in seinem Mt-Kommentar: "Jesu Absicht war es nicht, die Situation der Welt zu verbessern. Taten der Nächstenliebe sind von Jesu her Ausdruck des bedingungsloden Ja Gottes zum Menschen um seiner selbst willen. Sie sind in einem fundamentalen Sinn notwendig und stehen neben und vor allen realistischen Strategien 'intelligenter' Liebe".